Kirche im Gegenlicht

Im Februar fand an einem Wochenende unsere jährliche Presbyteriumsklausur statt. An diesen Tagen werden Themen besprochen, die für eine reguläre Presbyteriumssitzung zu umfangreich wären. Ein Ergebnis dieses Wochenendes ist eine aktualisierte Gemeindekonzeption:

Konzeption der Evangelischen Kirchengemeinde Kapellen
(Stand Februar 2026)

1. Gewachsen aus Tradition – offen für die Gegenwart

Die Ursprünge der Gemeinde und ihrer Kirche in Kapellen gehen auf eine Gründung des Klosters Werden (Essen) zurück. Im Jahr 1560/61 wurde in Kapellen wie in der ganzen Grafschaft Moers die Reformation eingeführt. Seitdem ist die Gemeinde vom reformierten Bekenntnis geprägt. Durch starke Zuzüge aus anderen Teilen Deutschlands nach den Weltkriegen wurden auch lutherische Traditionen integriert.

Diese Vielfalt verstehen wir als Bereicherung. Aus der Verbindung von gewachsener Tradition und gegenwärtigen Lebensrealitäten entwickeln wir unser kirchliches Handeln weiter.

2. Unser Auftrag – biblisch begründet, gesellschaftlich wirksam

Unser Leitbild ist im biblischen Zeugnis verankert. In unserem Selbstverständnis sehen wir Gemeinde als den lebendigen Leib Jesu Christi (vgl. 1. Korinther 12). Jesus Christus ist in seiner Gemeinde gegenwärtig und stiftet Einheit in aller Verschiedenheit. Jede und jeder Einzelne ist wichtig und bringt eigene Gaben ein, die das Leben der Gemeinde bereichern.

Gemeinschaft lebt davon, dass Menschen miteinander verbunden sind und Verantwortung füreinander übernehmen. Darum laden wir alle Menschen ein, Teil unserer Gemeinde zu werden, ihre Begabungen einzubringen und weiterzuentwickeln.

Gleichzeitig verstehen wir uns als Kirche für die Welt. „Ihr seid das Salz der Erde … ihr seid das Licht der Welt“ (Matthäus 5,13–14). Gemeinde ist Teil der Gesellschaft und übernimmt Verantwortung für ihr Umfeld. Ihr Auftrag ist es, das Leben in unserer Welt zu gestalten. Christ*innen handeln als mündige, von Gott gesandte Menschen, die seine Botschaft in der Welt öffentlich verkündigen. Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung sind dabei zentrale Maßstäbe unseres Handelns.

Als Gemeinde feiern wir das Leben und die Hoffnung, die aus dem Glauben erwächst. In der Gemeinschaft wird die Verheißung des Reiches Gottes erfahrbar – in Anlehnung an die biblischen Bilder vom großen Festmahl (vgl. Matthäus 22). Gemeinde ist ein Ort der Freude, der Hoffnung und der Zugehörigkeit. Unsere Gemeinde ist eine einladende Gemeinde, niemand wird ausgeschlossen; insbesondere Menschen am Rand der Gesellschaft finden bei uns Raum, Anerkennung und Heimat.

3. Unser Wirkungsfeld

Unsere Kirchengemeinde wirkt in einem dörflich-randstädtischen Umfeld mit rund 11.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Sie umfasst die Ortsteile Kapellen Dorf, Holderberg, Bettenkamp, Achterathsfeld, Vennikel und Niep und zählt ca. 3.000 Gemeindeglieder.

Die Altersstruktur ist – sowohl in der kirchlichen als auch in der kommunalen Gemeinde – durch einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Menschen über 65 Jahren geprägt. Dies verstehen wir zugleich als Herausforderung und als Auftrag, generationenübergreifend zu denken und zu handeln.

4. Regionale Verantwortung und Zusammenarbeit

Unsere Kirchengemeinde ist Teil der Region IV im Kirchenkreis Moers zusammen mit den Kirchengemeinden Schwafheim, Moers, Moers-Hochstraß, Moers-Asberg und Moers-Scherpenberg. In der Regionalversammlung werden die Pfarrstellenkonzeption entwickelt und die Zusammenarbeit koordiniert. Der regelmäßige Austausch der Pfarrpersonen stärkt die gemeinsame Verantwortung in der Region.

4.1 Zusammenarbeit mit der Ev. Kirchengemeinde Schwafheim

Mit der Evangelischen Kirchengemeinde Schwafheim verbindet uns seit vielen Jahren eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Dazu gehören gemeinsame Gottesdienste, ein gemeinsamer Kirchenchor, Kooperationen in der Seniorenarbeit, gemeinsamer Konfirmand*innenunterricht sowie ein gemeinsamer Gemeindebrief.

Beide Presbyterien haben sich für eine Fusion der Kirchengemeinden ausgesprochen und gestalten den Weg zu einer gemeinsamen Zukunft.

 

5. Was wir haben

5.1 Die Liegenschaften

In der Mitte des Ortskerns steht unsere historische Dorfkirche mit ca. 350 Sitzplätzen. Neben der Kirche haben wir ein Gemeindehaus mit Jugendbereich, eine integrative Kindertagesstätte, ein altes Pastorat, in welchem das Gemeindeamt, das Büro des Gemeindepädagogen (GPA) und weitere Gemeinderäume sind. Daneben befindet sich das Pfarrhaus.

Im Besitz der Kirchengemeinde befinden sich zahlreiche verpachtete Landwirtschaftliche Flächen, deren Einnahmen den Haushalt stützen.

Die EKD ist bestrebt bis 2035 klimaneutral zu sein. In diesem Prozess befindet sich auch unser Kirchenkreis. Unsere Kirchengemeinde hat im Zuge einer durchgeführten Bedarfs- und Kostenanalyse ihr Gemeinde- und Pfarrhaus in der Orchideenstraße aufgegeben und konzentriert sich auf das Gebäudeensemble um die Kirche, welches sukzessive klimaneutral ertüchtigt wird.

5.2 Die Mitarbeitenden

In unserer Gemeinde arbeitet eine Vielzahl von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden.

Haupt- und Nebenamtliche:

  • Pfarrer
  • Gemeindepädagoge im Gemeinsamen Pastoralen Amt
  • Ein Küster (Vollzeit)
  • Kirchenmusiker (50%)
  • Übungsleiter Posaunenchor
  • 10 pädagogisch Mitarbeitende
  • Praktikant*innen im Kindergarten
  • Eine Mitarbeiterin im Gemeindeamt (50%)
  • Eine Vertretungskraft Gemeindeamt (20 Wochenstunden)
  • Putz- und Hauswirtschaftskräfte
  • Vertreterin für den Küsterdienst
  • Jugendleiterin

Darüber hinaus gibt es in unserer Gemeinde eine Vielzahl ehrenamtlich Mitarbeitende, die z.T. regelmäßig Gruppen leiten oder für punktuelle Angebote ansprechbar sind.
Ein Treffpunkt für alle Mitarbeitende ist der jährlich stattfindende Mitarbeitendendankeschönabend.

5.3 Das Gemeinsame Pastorale Amt

Ein Eckpfeiler unserer Gemeinde ist das von der Gemeinde getragene Gemeinsame Pastorale Amt.
Der Dienst wird gemeinsam von Pfarrer Helge Hoffmann und dem Gemeindepädagogen Thomas Koch verantwortet. Diese Teamarbeit ist in unserer Kirchengemeinde Ausdrucksform gelebter Gemeinschaft und essenzieller Bestandteil der Gemeindekonzeption.

Die unterschiedlichen und sich ergänzenden Professionen und Kompetenzen sind wichtige Voraussetzungen für unsere lebendige Gemeinde und dienen dem Gemeindeaufbau.
Pfarrer und Gemeindepädagoge bilden ein gleichberechtigtes Team, welches die ganze Gemeinde versorgt.

6. Unsere Angebote

Im Folgenden werden die Angebote unserer Gemeinde in verschiedenen Kategorien dargestellt. Dabei wird deutlich, dass bestimmte Angebote auch in mehreren Bereichen aufgeführt werden könnten. Wir haben sie deshalb nach Schwerpunkten zugeordnet.

6.1 Verkündigung

6.1.1 Gottesdienst

  • Gottesdienst in der Dorfkirche
  • Ökumenische Gottesdienste
  • Sommerkirche (in unterschiedlichen Formaten)
  • Winterkirche (in unterschiedlichen Formaten)
  • Gottesdienste an anderen Orten
  • Trauungen
  • Jubiläumsgottesdienste
  • Beerdigungen
  • Taufgottesdienst
  • Konfirmationen
  • Feierabendmahle
  • Gottesdienste zu bestimmten Anlässen
    (z.B. Tauferinnerung)
  • Kirche mit Kindern
  • Familiengottesdienste
  • Schulgottesdienste
  • Kindergartengottesdienste
  • Gottesdienste im Altenheim
  • Weihnachtsgottesdienst in der JVA

6.1.2 Gruppen / Freizeiten / Angebote

  • Ein Hauskreis
  • Spielenachmittage
  • Frauenkreis
  • Bibeldinner
  • Männerkreis
  • Kaffeeklatsch
  • Feuerwehr (Helferkreis für Veranstaltungen)
  • Vorbereitungskreis Kirche mit Kindern
  • Strickkreis
  • Nähkreis
  • Festivalgruppe
  • Seniorenturnen
  • Yoga
  • MAKA (Mitarbeitende in der Konfirmand*innenarbeit)
  • Drei Eltern-Kind-Gruppen
  • Computer-Kids
  • Urlaub ohne Koffer
  • Seniorenfreizeit
  • Männerwanderfreizeit
  • Gemeindeausflug

6.1.3 Musik

  • X-mas&Gospelnight
  • Konzerte
  • Konzertreihe: Happy New Ear
  • Kantorei gemeinsam mit Schwafheim
  • Posaunenchor
  • Gitarrenkreis
  • Gospelchor
  • Gospelband
  • Band Believe!
  • Band: Die Santas und der Claus

6.2 Diakonische Angebote

  • Gymnastik mit älteren Menschen
  • „Türangebote“ für Obdachlose
  • Geburtstagsbesuche
  • Integrative Gruppen in der Kindertagesstätte / Familienzentrum
  • Beratungsstelle Duisburg / Moers
  • Grafschafter Diakonie / Diakonisches Werk im Kirchenkreis Moers

6.3 Seelsorgerliche Angebote

  • Trauerbegleitung
  • Taufgespräche
  • Traugespräche
  • Krankenabendmahl
  • Krankenhausbesuche
  • Notfallseelsorge
  • Beratungsgespräche
  • Hausbesuche
  • Geburtstagsbesuche

6.4 Pädagogische Angebote

  • Dreigruppiger Kindergarten
  • Familienzentrum
  • Konfirmand*innenarbeit
  • Kofirmand*innenfreizeiten
  • Babysitterkurs
  • Bildungswerk „Frieda“ im Kirchenkreis Moers

6.5 Begegnung und Feiern

  • Kirchencafé
  • Apfelfestival
  • Sommergarten
  • Gemeindedinner
  • Gemeindefrühstück
  • Gemeindeausflug
  • Kinoabend
  • Lebendiger Adventskalender
  • Beerdigungsnachfeiern
  • Vorlesenachmittage im Advent

6.6 Organisation

  • Gemeindeleitung
  • Gemeindeausschüsse
  • Mitarbeitendenkreise
  • Planungsgruppen
  • Gemeindeverwaltung
  • Küsterdienste
  • Gemeindebriefredaktion
  • Gemeindebriefverteilung
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Kontakt zu anderen Organisationen und Institutionen

7. Schwerpunkte der Gemeindearbeit – Zielrahmen

Die Kirchengemeinde gestaltet auf Grundlage ihrer dörflichen Struktur ein breites Angebot kirchlichen Lebens. Ziel ist es, für unterschiedliche Altersgruppen und Lebenslagen verlässliche, zeitgemäße und vernetzte Angebote bereitzustellen. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit kreiskirchlichen Angeboten (Beratungsstellen, Bildungswerk Frieda, Diakonisches Werk / Grafschafter Diakonie, Ökumene) und den Gemeinden der Region.

Die Prävention sexualisierter Gewalt ist verbindlicher Bestandteil aller Arbeitsbereiche. Grundlage hierfür ist das verabschiedete Schutzkonzept der Kirchengemeinde.

Bei Planung, Beschaffung und Durchführung von Maßnahmen werden regionale Ressourcen bevorzugt und ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt.

Leitend für alle Arbeitsfelder ist das Selbstverständnis einer wertschätzenden, inklusiven und partizipativen Gemeinde, die Beteiligung ermöglicht und Innovation fördert.

7.1 Gottesdienst

Ziel der Gottesdienstarbeit ist es, regelmäßig einladende und lebensnahe Gottesdienste anzubieten, die Menschen ansprechen und binden.

  • Gottesdienste werden als relevant, ansprechend und gemeinschaftsstiftend erlebt.
  • Gottesdienstformate werden kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt.
  • Die Verkündigung der befreienden Kraft des Evangeliums orientiert sich an der Lebenswirklichkeit der Menschen.
  • Verantwortung für den Gottesdienst wird von einem breiten Kreis haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden getragen.

7.2 Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Ziel ist es, jungen Menschen Räume zu eröffnen, in denen sie Glauben entdecken, Gemeinschaft erleben und Verantwortung übernehmen können.

  • Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene setzen sich mit dem Evangelium auseinander.
  • Gemeinschaft fördert Identitätsentwicklung und persönliche Entfaltung.
  • Angebote sind vielfältig, altersgerecht und beteiligungsorientiert.
  • Junge Menschen wirken aktiv an der Gestaltung der Arbeit mit.
  • Die Arbeit wird durch einen stabilen ehrenamtlichen Mitarbeitendenkreis getragen.
  • Eine enge Vernetzung mit anderen Anbietern (Kirchenkreis, Kommunale Jugendarbeit, Schulen, Sportvereine etc.) ist gewährleistet.
  • Die Bindung an die Gemeinde reicht über die Konfirmationszeit hinaus.
  • Der generationenübergreifende Austausch wird gezielt gestärkt.

7.3 Kindergarten / Familienzentrum

Der Kindergarten ist ein zentraler Bestandteil der Gemeindearbeit und Ausdruck des diakonischen Profils.

  • Der Kindergarten ist wirtschaftlich stabil und langfristig gesichert.
  • Er ist fachlich gut ausgestattet und qualitativ hochwertig aufgestellt.
  • Qualifiziertes Personal gewährleistet verlässliche Bildungs- und Betreuungsarbeit.
  • Der Kindergarten positioniert sich als attraktiver Arbeitgeber.
  • Strukturen und Prozesse sind für das Presbyterium handhabbar gestaltet.

7.4 Arbeit mit Familien

Ziel der Familienarbeit ist es, Familien zu begleiten, zu vernetzen und im Glauben zu stärken.

  • Familien entwickeln eine tragfähige Beziehung zur Gemeinde.
  • In der Gemeinschaft entdecken Familien den Glauben und werden inspiriert diesen zu leben.
  • Wir geben Raum, über Probleme ins Gespräch zu kommen und bieten bzw. vermitteln Hilfe
  • Familien aus Kapellen und Schwafheim sind untereinander vernetzt.
  • Der Kindergarten fungiert als zentraler Zugang zur Familienarbeit.
  • Bis 2029 ist eine regelmäßige Familienfreizeit etabliert.

7.5 Musik

Musik ist ein wesentliches Element der Verkündigung und Gemeinschaftsbildung.

  • Ein breites musikalisches Angebot erreicht Menschen aller Altersgruppen.
  • Menschen werden motiviert selbst zu musizieren.
  • Bis 2028 können drei weitere musikalische Ensembles die Gottesdienste in Kapellen und Schwafheim musikalisch begleiten.
  • Eine Vernetzung mit musikalischen Angeboten des Kirchenkreises (Popkantor*in) und benachbarter Gemeinden ist etabliert.
  • Regelmäßige Konzertangebote ergänzen das musikalische Profil der Gemeinde.

7.6 Events

Events dienen der Begegnung, der Öffnung der Gemeinde und der öffentlichen Wahrnehmbarkeit.

  • Veranstaltungen haben über die Gemeinde hinaus Wirkung.
  • Die Gemeinde tritt als offen und gastfreundlich auf.
  • Events sprechen unterschiedliche Zielgruppen an.
  • Die christliche Botschaft ist erkennbarer Bestandteil der Events.
  • Planung und Durchführung erfolgen durch verlässliche und engagierte Mitarbeitende.

8. Überprüfung der Konzeption

Die Konzeption wird alle zwei Jahre überprüft. Im Rahmen der Kooperationsgespräche mit der Kirchengemeinde Schwafheim wird die Konzeption entsprechend den Ergebnissen überarbeitet.

Termine allgemein

08
März
Dorfkirche Schwafheim

08
März
Dorfkirche Kapellen

09
März
Familienzentrum / Kita, Bendmannstraße 5, Moers-Kapellen

09
März
Altes Pastorat, Moerser Str. 4

09
März
Gemeindezentrum, Bendmannstraße 3

10
März
Gemeindehaus Bendmannstraße 3

10
März
Gemeindezentrum, Bendmannstraße 3 oder im Pastorat Moerser Str. 4

11
März
Gemeindehaus Bendmannstraße 3 Café Upstairs

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Losung und Lehrtext vom 07.03.2026

Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Gott? Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will.

Jesus spricht: Wer mich sieht, der sieht den Vater.

© Evangelische Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine