Moers-Kapellen, Juni 2010
Monatspruch Juni 2010
Gott spricht: Suchet mich, so werdet ihr leben. (Amos 5,4)die Sehnsucht nach Leben ist ungebrochen und offensichtlich unstillbar. Und was heißt hier Leben? Es genügt ja nicht, einfach nur da zu sein, zu essen, zu trinken, zu arbeiten, zu schlafen. Leben muss doch mehr sein.
Wir wünschen uns Lebensglück und Lebenserfüllung. Die Sehnsucht nach einem sorglosen Leben lässt Menschen nach Geld streben. Und wo dieses nicht durch den Beruf zu erreichen ist, versuchen sie es in der Lotterie. Nervenkitzel, Erlebnisse, Erfahrungen von Gemeinschaft und Liebe sind weitere Bausteine, von denen wir uns Lebenserfüllung versprechen. Bisweilen ist aber der Unterschied zwischen unseren Wünschen und unserer Wirklichkeit zu groß. Viele machen sich dann ihre eigene Welt. Geschah dies vor einigen Jahren noch durch Romane, Filme und Fernsehen, so kann man beispielsweise heutzutage in „second life“ und anderen Internetangeboten sich sein eigenes Leben basteln und virtuell ausleben.
Das wirkliche Leben wird jedoch dabei verdrängt, die Kluft zwischen Phantasie und Realität wird unüberbrückbar. So wird erfülltes Leben zur Illusion. Die Dinge lagen natürlich zu Zeiten des Propheten Amos etwas anders. Damals suchten Menschen Lebenserfüllung in Luxus und Annehmlichkeiten, zu deren Gewinn sie nicht vor Betrug und Verbrechen zurückschreckten. Das war Leben auf Kosten anderer. Die Reichen bestachen Richter, beuteten die von ihnen Abhängigen aus, nahmen sich, was sie kriegen konnten. Und auf der anderen Seite versuchten sie sich mit prächtigen Gottesdiensten einzureden, dass schon alles in Ordnung mit ihnen wäre und alles gut würde. Vernichtend ist die Kritik, zu der Gott seinen Propheten beauftragt. Doch nicht nur Kritik wird laut, sondern auch ein Ausweg: „Suchet mich, so werdet ihr leben.“ lautet das Angebot Gottes. Wer nach Gott fragt, wer auf Gottes Weisungen hört und sich an ihnen orientiert, der kommt auf die Lebensspur. Leben und Lebenserfüllung gibt es nicht ohne andere Menschen, schon gar nicht gegen sie oder auf ihre Kosten, sondern nur in den Beziehungen, die durch Vertrauen auf Gott und seine Gebote geprägt sind.
Zurück zu uns. Für viele sind die Wochen im Sommer, die Urlaubswochen die wichtigsten des Jahres: Sie bieten Zeit und Raum zum Ausruhen, Erholen, einfach Menschsein und Leben genießen; so etwa sind unsere Erwartungen. Rechtzeitig wird gebucht, die Ausrüstung beiseite gelegt, Reiseführer besorgt,
damit es auch wirklich die besten Wochen werden. Es ist allerdings auch Zeit und Raum, um Gott zu suchen und eine Lebensquelle anzuzapfen, die nicht nur die schöne Zeit erfüllt, sondern auch alle anderen. „Suchet mich“ lädt Gott ein. Bibel oder Losungsheft oder Neukirchener Kalender nehmen nicht viel
Platz weg im Koffer. Und Gott hat auch in anderen Orten und Ländern Filialen, wo Gutes vom Evangelium zu erfahren ist. „Suchet mich, so werdet ihr leben.“ spricht unser Herr. Das zu erfahren, wünsche ich uns allen.Ihr Kurt Heyser