Moers-Kapellen, März 2010
Monatsspruch April 2010
„Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu
welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid.“ (Epheser 1,18)„Die Hoffnung stirbt zuletzt!“, sagt der Fußballtrainer und versucht, dabei tapfer auszusehen. Seine Mannschaft war am Anfang der Saison allgemein als sicherer Aufstiegskandidat gehandelt worden. Jetzt ist die Hälfte der Spiele gespielt und das Team liegt weit abgeschlagen irgendwo im Mittelfeld der Tabelle. Enttäuschend. Aber ganz aufgeben will der Trainer noch nicht. Vielleicht wird das Unwahrscheinliche ja doch noch möglich. „Wir schaffen das schon noch. Irgendwie. Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt er und lächelt gequält in die Kamera, so, als könne er seinen eigenen Worten nicht glauben. Kein Wunder. Wenn das Beste, was man von seiner Hoffnung sagen kann, ist: „Sie stirbt zuletzt!“, dann klingt das wirklich nicht besonders tragfähig.
So ist das wohl mit der Hoffnung, wenn man sie allein auf die eigene, menschliche Kraft gründet – nicht nur im Fußball. „Ich schaff das schon!“ - Dieser Satz ist alles andere als ein tragfähiges Fundament. Jeder kennt diese Momente, in denen die eigene Kraft eben gerade nicht mehr ausreicht, wenn man Trauer, Angst oder Hoffnungslosigkeit aus eigener Kraft nichts mehr entgegenzusetzen hat. Momente, in denen einem gerade bewusst wird: „Ich schaff das nicht mehr!“ Wenn meine eigene Kraft allein das Fundament meiner Hoffnungen wäre, dann wäre in einem solchen bitteren Moment der Schwäche tatsächlich alle Hoffnung tot und gestorben. Vielleicht zuletzt gestorben, aber tot ist sie dennoch.
Gut, dass unsere christliche Hoffnung anders ist als die Hoffnung jenes Fußballtrainers. Die Hoffnung, zu der wir als Christen berufen sind, gründet gerade nicht auf unserer eigenen Kraft, sie baut gerade nicht auf unser Durchhaltevermögen oder unsere Fähigkeit, Schwierigkeiten zu meistern. Unsere christliche Hoffnung trägt da, wo wir selber nichts mehr zu bieten haben. Sie weiß: „Wenn nichts mehr geht, halte ich mich an Gott fest. Wenn ich keine Kraft mehr habe, dann lasse ich mich von Jesus Christus tragen.“ Er ist unsere Hoffnung. Darum ist klar: Diese Hoffnung stirbt nicht „zuletzt“. Diese Hoffnung stirbt nie! Jesus Christus hat selbst den Tod überwunden. Und er nimmt uns mit: Von der Trauer zum Trost. Von der Ratlosigkeit zu einem guten Ziel. Vom Tod ins Leben. Ja, selbst das! Sicherlich, das ist manchmal schwer zu erkennen. Wenn das Leid zu mächtig wird, dann fällt es schwer, außer dem Schlimmen noch irgendetwas anderes zu erkennen. „Erleuchtete Augen des Herzens“ braucht man da, um tiefer zu sehen, durch das Dunkel hindurch. Um dann zu erkennen: „Es ist wahr! Gott trägt dich. Gerade in diesem schweren Moment.“ Das ist die Hoffnung, zu der wir berufen sind. Alle miteinander. Übrigens auch als Fußballer…
Ihr
Thomas Schrödter