Moers-Kapellen, Dezember 2008
Monatsspruch Dezember 2008
Gott spricht: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ Jes 66,13
Liebe Gemeinde,
Bilder aus der Kindheit stehen mir bei diesen Worten unmittelbar vor Augen:
Der Sturz auf den Garagenhof, kurz nachdem ich das Fahrradfahren erlernt hatte, das aufgeschlagene Knie, Tränen und Schmerzen und dann das liebevoll aufgelegte Pflaster, der kühlende Verband und vor allem die vertraute Stimme der Mutter: „Gleich wird es besser.“ Und es wurde tatsächlich besser. Oder die nächtliche Zuflucht nach bösem Traum in ihren Armen und das mich ganz durchströmende Gefühl: „Jetzt kann dir nichts mehr passieren.“
Das sind Erfahrungen von Trost, wie ihn nur eine Mutter uns zu geben vermag. Wir brauchen Trost, wenn Schmerz uns überwältigt, wenn wir jeden Halt verloren haben. Trost ist etwas, was auf mein Leben sofort einwirkt. Das ist der Unterschied zur Vertröstung auf ein Später: Die Mutter steht mit ihrer Erfahrung und ihrem ganzen Leben dafür ein, dass mein Leid Linderung erfährt. Vertröstung dagegen ist wie ein ungedeckter Scheck, ein rasches Abspeisen, um vom Leid des anderen möglichst wenig behelligt zu werden. Monatsspruch Dezember 2008 Gott spricht: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ Jes 66,13
Vertröstung betrügt, Trost heilt, - auch dann, wenn nicht gleich alles gut wird - weil jemand für mich eintritt, mit leidet, aber auch den Weg weiter weiß.
“Tröste mein Volk!“ Liebevoll klingt dieser Auftrag Gottes an Jesaja. Wie eine Mutter will Gott die Menschen trösten. Und Trost war damals bitter nötig: Wirtschaftliche Depression, ungeklärte Besitzverhältnisse, Menschen standen vor dem wirtschaftlichen Nichts,überall türmten sich die Probleme, an allen Orten Konflikte, große Hoffnungen waren zerplatzt.
Vielleicht kommt uns manches gar nicht so unbekannt vor. Sein Volk hat Gott jedenfalls damals getröstet. Und das war keine Vertröstung, wie mache Religionskritiker behaupten. Gott hat tatsächlich seinen Messias in unsere Welt geschickt, ist selber für uns eingetreten, um unsere Not zu wenden. Davon ist in der Adventszeit zu erfahren.
Dazu laden wir Sie herzlich ein.
Ihr Pfr. Kurt Heyser