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Auf ein Wort

Moers-Kapellen, April 2008

Monatsspruch April 2008
„Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“ (1. Petr. 3,15)

Er war damals siebzehn Jahre alt und gehörte fest zur Gemeinde. Kindergruppen, Konfirmandenarbeit, Kinderbibeltage - überall war er dabei. „Was sagen eigentlich deine Klassenkameraden dazu, dass du dich so in der Kirche engagierst?“, habe ich ihn irgendwann einmal gefragt. „Das habe ich da noch niemandem erzählt!“, war seine Antwort. Ich konnte es zuerst gar nicht begreifen: Ein junger Mensch, so aktiv in der Gemeinde, mit festen Wurzeln im Glauben und tiefen Überzeugungen – aber er traut sich nicht, davon zu erzählen. Obwohl: eigentlich hätte es mich wohl nicht überraschen dürfen. Denn wer traut sich schon, offen von seinem Glauben zu erzählen? Auf der Arbeit: vor den Kollegen, vor dem Chef? In der Familie, wenn der griesgrämige Onkel da ist, der immer über den Glauben schimpft?

Glaube wird vielfach zu einem wohl gehüteten Geheimnis. Die Christen sind still geworden. Das ist schade. Denn gerade heute, in einer Zeit, in der oft sehnsüchtig nach Halt und Lebensorientierung gesucht wird, könnte es eine unschätzbare Hilfe sein, wenn die Christen etwas mutiger zu dem stünden, was sie im Inneren trägt. Wenn man sich mal trauen würde, sich offen zu dem zu bekennen, der uns erlöst hat, der uns in unserem Leben begleitet wie ein guter Hirte, der uns Hilfestellungen für unser Leben und Trost in unseren dunklen Stunden schenkt: Jesus Christus. Nein, Besserwisser sind Christen nicht. Anderen zu sagen, wie sie ihr Leben zu leben oder was sie zu tun und zu lassen haben, das ist nicht unsere Aufgabe. Aber wir sind Menschen, die eine wichtige Erfahrung gemacht haben: Es ist hilfreich und befreiend, sich auf Gott zu verlassen. Und von dieser Erfahrung können wir erzählen - offen, einladend und ganz persönlich. Dazu macht der 1. Petrusbrief Mut.

Und vielleicht tut das, was uns gut tut, ja auch anderen gut. Vielleicht trägt das, was uns durch die dunklen Lebensmomente trägt, ja auch andere hindurch. Mal sehen, was passiert. Nur wenn man schweigt, wird man das nie erfahren. Darum: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“


Ihr Thomas Schrödter